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Kolumne 'Im Jahr des Drachen'

Von Helmut Hetzel

Veröffentlicht: 03 Februar 2012 Zuletzt geändert: 10 Februar 2012

Der Drache tanzt. Er windet sich wie eine Schlange durch die Wagenstraat. Er reißt bedrohlich das Maul auf. Der Stakkato-Rhythmus der Zimbeln lässt den Drachen hüpfen.

Viele Kinder sehen gebannt zu. Sie erleben den chinesischen Drachentanz, Teil des chinesischen Neujahrsfestes. Live in Den Haag. Der Drachentanz ist in diesem Jahr besonders wild.  Es wird das Jahr des Drachen gefeiert, in Den Haag, in Chinatown. Es gleicht jetzt einem Stadtteil von Peking. Das Feuerwerk knallt. Ohrenbetäubend. Die  bösen Geister werden verjagt. Das Jahr des Drachen beginnt.

Helmut Hetzel (foto: Andrea Ege)

Glückskinder

Das Jahr des Drachen ist ein Jahr des Glücks. Es wird spannend und aufregend, aber auch voller Überraschungen sein. Positive wie negative, Naturkatastrophen eingeschlossen. Es wird in Asien eine Geburtenwelle auslösen. Denn wer im Jahr des Drachen geboren wird, ist ein Glückskind, glauben die Chinesen. Glückskinder waren: Siegmund Freud, Salvador Dali, Andy Warhol, Friedrich Nietzsche, Karl Benz, Yehudi Menuhin, Gustave Eiffel. Der Drache war das Symbol der chinesischen Kaiser. Sie stammten angeblich von Drachen ab.

Chinesischen Neujahrsfestes (foto: Helmut Hetzel)

Das Herz des Drachen schlägt in Den Haag rund um den Rabbijn Maarsenplein, dem Zentrum der Haager Juden vor dem Zweiten Weltkrieg, dem Gedempte Burgwal und der Stille und der Amsterdamse Veerkade. Zwei große original chinesische Tore am Anfang und Ende der Wagenstraat fungieren als Eingangsportale. Die typisch roten Lampions tauchen Chinatown am Abend in warmes rotes Licht. Idylle pur. Erster Tipp: Immer durch die Tore laufen, das bringt Glück. Und natürlich eines der vielen Restaurants hier besuchen, wo es von der klassischen Peking Ente bis zu Schweinefüßchen alles gibt, was die 4 chinesischen Küchen - Peking, Shanghai, Kanton, Sichuan - zu bieten haben. Denn bekanntlich essen Chinesen alles, was 4 Beine hat – Tische und Stühle ausgenommen. Zweiter Tipp: Die chinesischen Zitate an den Toren und den Bordkanten der Gehsteige lesen: Eines davon gefällt mir besonders: ,,Eine Generation pflanzt die Bäume, die nächste genießt deren Schatten.‘‘