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Kolumne 'Molstraat & Mondiaal'

Von Helmut Hetzel

Veröffentlicht: 16 Januar 2012 Zuletzt geändert: 20 Januar 2012

Es wird langsam unheimlich. Unheimlich schön. Unheimlich lecker auf der Oude Molstraat und der Javastraat in Den Haag. George Walta heißt der Mann, der die Oude Molstraat gerade wieder weltberühmt in den Niederlanden machte.

Edgar van der Aar ist der Mann, der der Javastraat zu neuem kulinarischen Glanz verhilft. Walta wurde auf der Gastronomie-Fachmesse ,,Horecava‘‘ zum besten Brötchenmacher der Niederlande gekürt.

Helmut Hetzel (foto: Andrea Ege)

Seine Kreation mit dem voluminösen Namen ,,Boca dillo despensero‘‘ – Brötchen für den Stallmeister – ist das beste Brötchen in den Niederlanden. Er serviert es in seinem Lunchroom: ´t Hof van Eten für € 6. Man muss aber Schafskäse mögen, wenn man es bestellt. Die Oude Molstraat mausert sich mehr und mehr zu der Haager Vergnügungsmeile - siehe meine Kolumnen: ,,Gepflegte Gastlichkeit‘‘ und ,,Oktoberfest.‘‘

Keine Buttermilch

Reicht das, um Peter Praet nach Den Haag zu locken? Wohl kaum. Denn der Belgier Peter Praet, gerade zum neuen Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) gekürt, erklärte, er komme nur in die Niederlande, wenn er ein richtiges Mittagessen serviert bekomme. Er will absolut keinen ,,Broodjeslunch met Karnemelk‘‘ - belegte Brötchen mit Buttermilch - mit denen man auch mich ärgern und beleidigen kann, sollte man mir das vorsetzen. Im einstigen Arbeiter- und Bauernparadies namens DDR nannten die kommunistischen Kostverächter so etwas: Sättigungsbeilage.

Skyline (foto: Jurjen Drenth)

Nein, wenn der belgische Gourmet und neue Herr über die Zinspolitik der EZB  Peter Praet nach Den Haag kommt, dann sollte er im Restaurant ,,Mondiaal,‘‘ Javastraat 13, reservieren, dem neuen kulinarischen Stern in der Haager Gastronomie. Hier kann er sich ein Steak Tartare ohne Buttermilch aber mit einem guten Glas Wein schmecken lassen. Während Mondiaal floriert, weil Chef Edgar van der Aar die Preise gesenkt hat, aber die Qualität hoch hält, mussten auf der Hooikade gleich drei Restaurants schließen. Opfer der Wirtschaftsflaute, Opfer des Missmanagements? Oder beides? George Walta und Edgar van der Aar zeigen: Qualität setzt sich durch. Peter Praet kann kommen.